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Bauer Banse

Ich bin in Solingen im Bergischen Land auf einem kleinen Bauernhof, den mein Vater im Voll- und später noch einige Zeit im Nebenerwerb betrieb, aufgewachsen. Wir hatten ein oder zwei Schweine, Hühner, Enten und zwei Kühe mit Namen Witte und Röschen. Die wurden gemolken, die Milch wurde aus dem Melkeimer durch ein Sieb in eine große Milchkanne gegossen und diese wurde zwecks Kühlung in ein mit Wasser gefülltes Becken gehängt, bis sie dann vom Molkereiwagen abgeholt wurde.

Die Milch schmeckte richtig lecker. Wenn man sie aufkochte und dann wieder erkalten ließ, bildete sich eine Haut mit einer Fettschicht – köstlich! (ich weiß, viele verziehen bei dieser Vorstellung angewidert das Gesicht, aber das war einfach lecker)

Dann wurden die Kühe – und auch die anderen Tiere – nach und nach abgeschafft und aus dem Nebenerwerbs- wurde ein Keinerwerbs-Bauernhof. Lediglich ein großer Garten blieb und ein paar Hühner. Milch wurde fortan im Geschäft gekauft. Das war so um 1970 herum. Die Erinnerung an den natürlichen Milchgeschmack verblasste mehr und mehr und mehr. Bis zum Jahr 2012!

Mittlerweile 17 Jahre in Hannover lebend hatte sich zu meiner Freude seit ca. 3 Jahren ein Bauernmarkt etabliert, der jeden Freitag auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofes stattfindet. Es gibt dort Gemüsebauern, einen Bäcker, einen Rinderzüchter und -metzger, einen Schweinemetzger und diverse andere Anbieter. 2012 nun kam ein weiterer Marktwagen hinzu. „Bauer Banse“ stand da zu lesen und in der Auslage standen, soweit ich das sehen konnte, Milch, Buttermilch, Jogurt, Quark und Butter. Na toll. Warum sollte ich meine Milch nun auf dem Markt kaufen? Milch ist Milch, und die von Bärenmarke schmeckt doch ganz anständig. Auch der Jogurt von Müller ist nicht verkehrt. Und Kerrygold-Butter ist wirklich fein. Da ich meinen wöchentlichen Gemüsevorrat und meine Wurst- und Fleischvorräte – jedenfalls teilweise – auf dem Bauernmarkt kaufe, habe ich ohnehin genug zu tragen, da musste es ja jetzt nicht auch noch Milch sein.

Dann habe ich – zur Erdbeerzeit – neben frischen Erdbeeren eine Dose Jogurt bei Bauer Banse gekauft. Als ich den zu Hause probierte, staunte ich nicht schlecht. Der war richtig lecker! Daraufhin habe ich dann am nächsten Markttag zum Testen einmal die ganze Palette gekauft: Vollmiilch, Jogurt, Quark, Sahne, Butter. WOW. Superlecker. Zum ersten Mal seit der Aufgabe unseres kleinen Bauernhofes schmeckte die Milch wieder wie Milch. Es ist erstaunlich, wie sehr sich ein Geschmack im Gedächtnis einprägen kann. Lange hatte ich nicht mehr so was Leckeres gehabt. Die Milch ist besonders, wirklich. Sie ist zwar pasteurisiert (was in Deutschland Pflicht ist), aber schonend! Und außerdem ist sie nicht homogenisiert. Daher bildet sich eine wunderschöne Rahmschicht auf der Milch und geschmacklich ist sie ein echtes Highlight.

Praktisch auch: Die Milch wird nicht schlecht. Sie wird sauer und man hat prima Dickmilch. Gleiches gilt für die Sahne: sie wird zu Creme fraiche. Butter? Erste klasse, endlich mal wieder eine Butter, die in der Pfanne nicht spritzt, weil sie zu viel Wasser beinhaltet.

Fazit: Wer immer in Hannover oder Umgebung lebt, muss unbedingt freitags zum Bauernmarkt vor dem Bahnhof und dort bei Bauer Banse seine Milchwaren kaufen. Lecker, gesund, natürlich.

Wer mehr zu Bauer Banse erfahren möchte, kann sich hier informieren: www.bauerbanse.de.

Übrigens NEIN, ich werde für meinen positiven Beitrag nicht geschmiert, den schreibe ich aus tiefster Überzeugung. Weg mit den Industrieprodukten. Geht mal wieder auf den Bauernmarkt!